von Katharina Ratzberger
KMU-Erfolgsstory: Thomas Mertens, MBA

Thomas Mertens, MBA, Gesamtprojektleiter Anlagenmanagement, 50 Jahre

 

 

 

Masterthesis: Herausforderungen in der Unternehmensentwicklung am Beispiel des Einflusses von Produktionslogistik und Supply Chain Management bei der Einführung einer Einzelstück-Fließfertigung (One-Piece-Flow)“

 

 

 

 

F: Was hat Sie als Schweizer bewogen, ein Fernstudium bei einem österreichischen Bildungsinstitut zu absolvieren?

 

A: Mir war eine berufsbegleitende Aus- und Weiterbildung wichtig. Somit habe ich im Internet recherchiert und bin dabei sehr schnell auf die KMU Akademie gestoßen.

 

 

 

F: Warum eine akademische Weiterbildung?

 

A: Ich bin Diplomingenieur und wurde in den letzten Jahren immer mehr in wirtschaftliche Bereiche involviert. Dabei traf ich auf Themen wie Wirtschaftlichkeit, Finanzen, Controlling, aber auch Management und Marketing und daher traf ich die Entscheidung, mir auch in diesen Bereichen ein solides Fundament zu erarbeiten. Also war mein Hauptgrund für dieses Studium, mir ein breiteres fundiertes Wissen in diesen Bereichen zu erarbeiten.

Ein weiteres Kriterium war natürlich auch das entsprechende Diplom in Händen zu halten und einen anerkannten Studienabschluss vorweisen zu können.

 

 

 

F: Was machen Sie beruflich?

 

A: Bei den Schweizer Bundesbahnen bin ich jetzt aktuell im Projektmanagement und zuständig für Großprojekte im Bereich zwischen 10 und 20 Millionen Franken.

 

 

 

F: Haben Sie das Thema der Masterthesis Ihrem beruflichen Umfeld gewidmet?

 

A: Natürlich habe ich diese Möglichkeit genutzt und den Bereich Unternehmensentwicklung abgedeckt. Speziell ging es um die Umstrukturierung einer Fertigungsstraße der Schweizer Bahn, hier habe ich konkrete Untersuchungen gemacht. Abgestimmt auf unsere tatsächlichen Bedürfnisse, die Untersuchung u.a., natürlich auf Basis des gelernten aus dem MBA Studium.

 

 

 

F: Konnten Sie den Inhalt Ihrer Masterthesis in den betrieblichen Alltag integrieren, bzw. etwas davon auch umsetzen?

 

A: Ja, das konnte ich sogar sehr gut. Ein Mitarbeiter von mir hat in der Schweiz auch ein Masterstudium absolviert und seine Masterthesis auf meine aufgebaut und ist damit noch vertiefender in die Produktionstechnik eingestiegen. Dies alles wurde dann der Geschäftsleitung präsentiert und einiges davon wird dann in den nächsten 1- 5 Jahren umgesetzt. Somit sind am Ende die Ergebnisse zweier Masterarbeiten für das Unternehmen zusammen geflossen und auch dem Unternehmen zu Gute gekommen.

 

 

 

F: Haben Sie durch den Studienabschluss nun bei den Schweizer Bundesbahnen weitere Karrieremöglichkeiten?

 

A: Das ist immer schwer zu sagen, da ich doch schon einige Jahre dabei bin. Definitiv ist es so, dass im Großprojektmanagement, in dem ich jetzt tätig bin, sowohl ein Ingenieursstudium als auch ein MBA oder Nachdiplomstudium BWL verlangt wird. Ob ich ohne Studium aufgrund meiner Erfahrung auch in diesen Bereich gekommen wäre, weiß ich nicht. Aber wohl eher nicht. Und vor allem hätte ich mich einem Auswahlverfahren mit externen Bewerbern stellen müssen, dies habe ich mir somit erspart. Aber es hat in meinem konkreten beruflichen Umfeld definitiv einen hohen Mehrwert und natürlich zahlt es sich auch außerhalb der Schweizer Bundesbahnen aus. So habe ich über verschiedene Netzwerke schon zwei konkrete Anfragen bezüglich einer beruflichen Veränderung bekommen. Mein Profil stößt bei den Social Media Plattformen auf größeres Interesse.

 

 

 

F: Wie konnten Sie das Studium in der Mindeststudienzeit organisieren? Beruf, Familie und dann noch die Präsenzprüfungen in Österreich?

 

A: Dazu gehören natürlich eine tolerante Partnerin und ein fixer Zeitplan. Ca. 15 Stunden waren pro Wochenende eingeplant, innerhalb der Woche in etwa noch einmal der gleiche Zeitaufwand. Wobei ich natürlich Fahrten genutzt habe, um Vorlesungen zu hören und dann halt noch spät abends oder früh morgens lernen und lesen musste. Ich hatte also schon einen sehr strikten Zeitplan, wenn ich mein Ziel nicht erreicht hatte, dann musste ich die Woche darauf „nachsitzen“.

Ferienzeiten sind in diesen 2 Jahren doch eher in das Studium und in Prüfungstermine geflossen.

 

 

 

F: Wie haben Sie gefeiert, als es vollbracht war?

 

A: Wir haben groß gefeiert, zuerst im privaten Umfeld und dann auch im kleineren Kreis innerhalb der Firma. Da gab es eine kleine monetäre Aufmerksamkeit, mein Chef ging mit mir essen und es war insgesamt eine hohe Aufmerksamkeit in der Kollegenschaft gegeben.

 

 

 

F: Und jetzt, fehlt nicht etwas? Ein liebgewordener Bestandteil des Lebens?

 

A: Das ist so, eindeutig! Ich habe unheimlichen Spaß am Lernen bekommen, da waren auch die kleinen Erfolge schon während des Studiums, die gut getan haben. Eine Bestätigung, die man im beruflichen Umfeld in dieser Form nicht unbedingt bekommt. Das vermisse ich ganz konkret. Ich ertappe mich dabei, manchmal krampfhaft etwas zu suchen, was ich mir „erlese“ oder „erarbeite“. Ich bin auch schon am Sondieren, was bei mir als nächstes auf dem Programm stehen könnte.

 

 

 

F: Könnte es mit einem Doktoratsstudium weitergehen?

 

A: Das ist sogar sehr konkret. Wenn ich früher gefragt wurde, was ich einmal werden möchte, habe ich immer, halb im Spaß, halb im Ernst, gesagt, ich wäre gerne einmal Doktor. Das war zwar nie ein vorrangiges Ziel, hat sich dann aber in den letzten Jahren konkretisiert. Ich würde gerne einmal promovieren und mich mit einem Inhalt sehr lange und eben tiefgehend auseinander setzen. Alles, was ich bis jetzt gemacht habe, hat sich doch eher auf die konkreten beruflichen Bedürfnisse oder die Breite ausgerichtet, daher ist das Doktorat eine Möglichkeit, sich sehr intensiv und punktuell mit einem Thema mit wissenschaftlicher Fragestellung zu beschäftigen.

Ich habe mich auch schon kundig gemacht. Die Hochschulen in der Schweiz haben kaum Professoren, die bereit sind, einen externen Studenten zu betreuen. Der Hintergrund ist auch klar. Reguläre Studenten nehmen den Professoren Arbeit ab, ein externer Student verursacht wohl eher Arbeit.

Aber ich kenne da ja auch ein Bildungsinstitut in Österreich. (lacht)

 

 

 

F: Das heißt, wir sehen uns in Österreich bei der KMU Akademie wieder?

 

A: Die Chancen stehen gut!

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