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Forschung mit Weitblick: Wie ein strukturiertes Doktorat an der KMU Akademie & Middlesex University neue Perspektiven für die Verbändeforschung eröffnet
Dr. Hans - Ulrich Kauderer ist Unternehmer, Verbandsmanager und wissenschaftlich interessierter Praktiker mit tiefen Wurzeln in der deutschen Hospitality-Branche, wir sprachen mit ihm über seine Erfahrungen und Erfolge beim Doktoratsstudium.
Ein Studium mit Struktur, Qualität und echtem Mehrwert
Ein Doktoratsstudium ist eine intensive Reise, die sowohl wissenschaftliche Präzision als auch persönliche Disziplin erfordert. Besonders zu Beginn braucht es Klarheit, Orientierung und gut verfügbares Lernmaterial. Genau hier überzeugt das Doktoratsprogramm der Middlesex University in Kooperation mit der KMU Akademie. Das Studium ist klar gegliedert, die Lernschritte sind nachvollziehbar aufgebaut, und Studierende erhalten umfassende digitale Unterstützung, die ihnen hilft, sich von Anfang an sicher im Forschungsprozess zu bewegen.

Die optionalen Zusatzkurse stellen eine wertvolle Ergänzung dar. Sie sind kompakt, gut strukturiert und bieten genau die Art von praktischem Wissen, die Promovierende benötigen. Für Dr. Hans-Ulrich Kauderer – Präsident im DEHOGA Baden-Württemberg und Präsidiumsmitglied im DEHOGA Bundesverband – waren diese Kurse ein großer Gewinn. Besonders der Statistik-Kurs vermittelte ihm zusätzliche Sicherheit für die empirische Analyse seiner Dissertation.
Sein Forschungsinteresse entspringt seiner langjährigen Verbandsarbeit: Was macht Verbände erfolgreich? Welche Faktoren beeinflussen ihre Leistungsfähigkeit? Und wie lässt sich Verbandserfolg überhaupt valide messen? Fragen, die durch die Pandemie noch dringlicher geworden sind und die er in seiner Dissertation systematisch untersucht.
Herr Dr. Kauderer, warum haben Sie sich für das Doktoratsstudium an der Middlesex University/KMU Akademie entschieden?
„Ich wollte ein international anerkanntes, wissenschaftlich solides und gleichzeitig berufsbegleitend machbares Doktoratsprogramm absolvieren. Die Kooperation zwischen der KMU Akademie und der Middlesex University verbindet hohe Qualitätsstandards mit der nötigen Flexibilität. Besonders überzeugt hat mich die klare Struktur des Studiums – man weiß jederzeit, wo man steht und welche Schritte folgen.“
Wie beurteilen Sie den Aufbau und die Online-Materialien des Studiums?
„Die Gliederung des Studiums ist ausgezeichnet. Gerade am Anfang braucht man Orientierung, und die bereitgestellten Online-Materialien leisten genau das. Sie sind didaktisch gut aufbereitet, leicht zugänglich und unterstützen jeden Abschnitt – von der Themenentwicklung über methodische Fragen bis hin zur empirischen Umsetzung. Diese digitale Begleitung ist ein entscheidender Vorteil des Programms.“
Welche Rolle spielen die optionalen Kurse für Promovierende?
„Die optionalen Kurse sind absolut empfehlenswert. Sie sind kompakt, präzise und vermitteln genau das Wissen, das man im wissenschaftlichen Arbeiten braucht. Ich habe an zwei Kursen teilgenommen, darunter ein Statistik-Modul. Dieser Kurs hat mir spürbar mehr Sicherheit im Umgang mit statistischen Methoden gegeben – ein unverzichtbarer Vorteil für den empirischen Teil meiner Dissertation.“
Wie sieht Ihre Forschung aus und welche Fragen stehen im Mittelpunkt?
„Meine Dissertation untersucht den Zusammenhang zwischen der Nutzung und Akzeptanz verbandlicher Dienstleistungen und dem tatsächlich erreichten Verbandserfolg. Verbände bewegen sich in einem komplexen Umfeld: Sie bieten sowohl individuelle Leistungen als auch kollektive öffentliche Güter wie Lobbyarbeit oder Tarifpolitik an. Was mich besonders interessiert, ist die Frage, welche Faktoren – abseits der Mitgliederzahl – wirklich zu erfolgreicher Verbandsarbeit beitragen.“
Warum die Frage nach Verbandserfolg so wichtig ist?
„Über Jahrzehnte hinweg galt der Organisationsgrad – also das Verhältnis von Mitgliedern zu allen Branchenbetrieben – als zentraler Erfolgsindikator für Verbände. Doch spätestens seit der Corona-Pandemie ist klar, dass dieser Wert zu kurz greift: Während die Hospitality-Branche rund 20 % aller Betriebe verlor, fielen die Mitgliederrückgänge der DEHOGA-Landesverbände deutlich geringer aus. Rein rechnerisch stiegen ihre Organisationsgrade also – allerdings nicht aufgrund wachsender Leistungsfähigkeit, sondern wegen schrumpfender Vergleichsgrößen. Ein klassisches Beispiel dafür, warum diese Kennzahl kritisch zu hinterfragen ist.
Auch wirtschaftliche Kennzahlen wie die GuV eines Verbands greifen zu kurz. Dienstleistungen werden oft vergünstigt oder kostenfrei an Mitglieder abgegeben, was die betriebswirtschaftliche Bewertung verzerrt. Zugleich führen auch erfolgreiche Lobbymaßnahmen nicht automatisch zu steigenden Mitgliedszahlen – das bekannte Trittbrettfahrerproblem macht dies deutlich. Viele politische Erfolge sind zudem „stille Siege“, also Ergebnisse informeller Gespräche, die nicht öffentlich kommuniziert werden dürfen. Dadurch bleiben wichtige Leistungen unsichtbar und erschweren jede objektive Erfolgsmessung.“
Hier setzt die Forschungsarbeit von Hans-Ulrich Kauderer an: Sie untersucht erstmals systematisch, wie Nutzungsabsicht, wahrgenommene Nützlichkeit, tatsächliche Nutzung und Akzeptanz verbandlicher Angebote zusammenhängen – und welchen Einfluss sie auf den realen Verbandserfolg haben. Mithilfe mathematischer Modelle und empirischer Daten werden Wirkmechanismen transparent gemacht und neue Kriterien für die Verbandsbewertung entwickelt.
Die Dissertation trägt den Titel:
„Nutzungsabsicht und Akzeptanz von Dienstleistungsangeboten eines bundesdeutschen Branchenverbands durch Mitglieder und Relevanz für Verbandserfolg – eine empirische Analyse am Beispiel des DEHOGA Baden-Württemberg“.
Im Zentrum steht die Frage, welche Faktoren tatsächlich den Erfolg eines Verbands bestimmen. Der Organisationsgrad – also der Anteil der Mitglieder an allen Branchenbetrieben – galt jahrzehntelang als zentraler Indikator für Verbandserfolg. Doch spätestens seit der Corona-Krise zeigt sich, wie unzuverlässig diese Kennzahl ist: Als die Branche rund ein Fünftel ihrer Betriebe verlor, stiegen die Organisationsgrade der Verbände rein rechnerisch an – ohne dass deren Leistungen tatsächlich gestiegen wären.
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